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441-453
Attila dringt ins Byzantinische Reich und unter anderem 452 in die italienische Po-Ebene vor.
um 450
Jüten, Angeln und Sachsen landen in England (Artussage) und verdrängen die Briten nach Wales, Cornwall und Schottland.
455
Eroberung Roms durch die Wandalen.
476
Ende des Weströmischen Reiches
480-547
Benedikt von Nursia
482
Frankenkönig Chlodwig I.
486
Sieg der Franken über die Alemannen und Westgoten, wonach das Reich fast das gesamte Gebiet des heutigen Frankreichs umfaßte.
498-514
Papst Symmachus, Hl. (Laurentius 498, 501-506)
498
Übertritt König Chlodwigs zum katholischen Glauben. Die Kirche erwuchs zur politischen Stütze des Reiches.
507
Chlodwig erobert mit burgundischer Hilfe das Westgotenreich bis zu den Pyrenäen, stirbt 511 in Paris. Das Fränkische Reich wird unter seinen vier Söhnen aufgeteilt.
507
Seidenwürmer werden nach Konstantinopel geschmuggelt, wodurch das jahrhundertelange Seidenmonopol Asiens gebrochen wird.
511
Nach dem Tode Chlodwigs wurde das Reich unter seinen vier Söhnen aufgeteilt.
514-523
Papst Homisdas, Hl.
523-526
Papst Johannes I., Hl.
526-530
Papst Felix IV. (III.), Hl.
530-532
Papst Bonifatius II. (Dioscurus 530)
531
Die Merowinger eroberten Thüringen und unterwarfen das Burgunderreich.
533-535
Papst Johannes II.
535-536
Papst Agapetus I., Hl.
536-537
Papst Silverius, Hl.
537-555
Papst Vigilius
539
Sieg der Merowinger über die Ostgoten.
547
Konzil, das die Existenz der Hölle offiziell bestätigt.
556-561
Papst Pelagius I.
561-574
Papst Johannes III.
568-774
Die Langobarden fallen in Norditalien ein und gründen 568 das Langobardenreich.
575-579
Papst Benedikt I.
579-590
Papst Pelagius II.
590-604
Papst Gregor I., Hl.
590-604
Papst Gregor der Große
604-606
Papst Sabinianus
607
Papst Bonifatius III.
608-615
Papst Bonifatius IV., Hl.
614
Die größten Länder des Reiches der Franken wie Austrien, Neustrien und Burgund erhielten Verwaltungsautonomie. An die Spitze der königlichen Hofverwaltung traten Adelige, sog. Hausmeier (major domus). Durch Machtansprüche der Hausmeier und daraus folgende innere Wirren begann der Zerfall des merowingischen Staatswesens und begünstigte den Aufstieg der Karolinger.
615-618
Papst Deusdedit, Hl.
619-625
Papst Bonifatius V.
622
Unter König Dagobert I. aus dem Geschlecht der Merovinger vermutete Gründung des Königshofes Lutra
625-638
Papst Honorius I.
um 628
König Edwin läßt an Brunnen Schöpfgefäße anbringen
640
Papst Severinus
640-642
Papst Johannes IV.
642-649
Papst Theodor I.
649-653
Papst Martin I., Hl.
654-657
Papst Eugen I., Hl.
657-672
Papst Vitalian, Hl.
672-676
Papst Adeodatus II.
674-678
Die arabischen Angriffe auf Konstantinopel (auch 717/18) werden abgewehrt.
675-754
Bonifatius nennt den Glauben an Hexen und Dämonen "unchristlich".
676-678
Papst Donus
678-681
Papst Agatho, Hl.
682-683
Papst Leo II., Hl.
684-685
Papst Benedikt II., Hl.
685-686
Papst Johannes V.
686-687
Papst Konon (Theodor 687, Paschalis 687)
687
Pippin II. der Mittlere (Regierungszeit 679-714) weitete die Macht der Karolinger aus und wurde als Majordomus von Austrien nach kriegerischen Auseinandersetzungen Hausmeier des Gesamtreiches. Sein unehelicher Sohn Karl Martell (Regierungszeit 714-741), ebenfalls Majordomus, führte das Reich wieder zusammen und unterwarf die Alemannen und Thüringer.
687-701
Papst Sergius I., Hl.
697
Karthago wird durch arabische Heere eingenommen.
701-705
Papst Johannes VI.
705-707
Papst Johannes VII.
708
Papst Sisinnius
708-715
Papst Konstantin I.
711
Sarazeneneinfall in Spanien. Unter dem Feldherr Tarik setzen Araber bei Gibraltar über und dringen in das Westgotische Reich ein.
715-731
Papst Gregor II., Hl.
725
ťBeowulfŤ wird von Beda Venerabilis (angelsächsischer Geistlicher und Geschichtsschreiber) fertiggestellt.
726-843
Bilderstreit in der byzantinischen Kirche
731-741
Papst Gregor III., Hl.
732
Karl Martell (Großvater von Karl dem Großen) besiegte in der Schlacht von Tours und Poitiers die inzwischen nach Europa über Spanien vorgedrungenen Araber. Kurz vor seinem Tode teilte er das Reich unter seinen Söhnen auf: Karlmann (Regierungszeit 741-747) erhielt den Osten des Reiches mit Austrien, Schwaben und Thüringen, Pippin III. der Jüngere bekam mit Neustrien, Burgund und der Provence die westlichen Landesteile zugesprochen.
741-752
Papst Zacharias, Hl.
751
Pippin III. von den Franken zum König gewählt. Er ließ sich auf Anraten des Papstes als erster fränkischer König mit dem heiligen Öl salben. Damit erkannte er die geistige Herrschaft des Papstes an.
752-757
Papst Stephan II.
752-767
Papst Paul I., Hl. (Konstantin II. 767-768, Philippus 768)
754
Pippinische Schenkung
768
Pippin teilte das Frankenreich unter seinen Söhnen Karl (der Große) und Karlmann, der 771 stirbt, auf. Königskrönung Karls des Großen in Aachen.
ab 768
Karl der Große führte erfolgreiche Kriege gegen die Langobarden und die germanischen Stämme im Norden und unterwarf und christianisierte diese.
768-772
Papst Stephan III.
772-795
Papst Hadrian I.
772-804
Sachsenkriege von Karls des Großen, 772 Eroberung und Zerstörung der Ermesburg und Zerstörung der Irminsuhl (heiliger Holzstamm der Sachsen). In der Folgezeit Massentaufen des Adels.
774
Eroberung des Langobardenreiches durch Karls des Großen, Vereinigung mit dem fränkischen Reich. Langobardenkönig Desiderius wird zur Abdankung gezwungen.
781
Rüstungsembargo der Franken gegen Slaven
782
Blutbad von Verden a. d. Aller Hinrichtung von (angeblich) 4500 aufständischen Sachsen durch Karl den Großen. Daraufhin erneute sächsische Aufstände, Karl der Große dringt bis zur Elbe vor.
785
Friedensschluß zwischen Widukind und Karl, Taufe von Widukind.
785
Heilige Synode von Paderborn: Wer vom Teufel verleitet nach heidnischen Glauben behauptet, dass es Hexen gibt und sie auf dem Scheiterhaufen verbrennt, wird mit dem Tode bestraft. Dieses Dekret wurde von Karl dem Großen in dem sog. bischöflichen Kanon von Ancyra bestätigt, der die Anordnung enthielt, dass die Bischöfe alle aus der christlichen Gemeinschaft ausschließen sollten, die an teuflische Magie und den nächtlichen Flug der Hexen glaubten.
790
Die Pfalz in Worms brennt ab
791
Avarenfeldzug scheitert an Pferdeseuche im fränkischen Lager
795-816
Papst Leo III., Hl.
bis 11. Jahrhundert
Die Todesstrafe ist für Zaubereisünden noch nicht vorgesehen. Zauberei und auch Ketzerei werden meist mit Kirchenbußen belegt. Karl der Große verbietet den Sachsen die Hexenverbrennung.
793
Die ťWikingerzeitŤ beginnt mit der Plünderung des Klosters Lindisfarne in England.
797-802
Gesandtschaft Karls des Großen zum Kalifen von Bagdad
23./24.12.800
Kaiserkrönung Karls des Großen durch Papst Leo III.
802
ťLex SaxonumŤ ist das sächsische Gesetz, das den Sachsen, obwohl am fränkischen ťLex RipuariaŤ orientiert, größtenteils ihr altes Volksrecht wiederbringt. Ende der Sachsenkriege.
814
Im Januar dieses Jahres stirbt Karl der Große. Nach seinem Tode regiert sein Sohn Ludwig der Fromme (bis 840). Durch die Nachgiebigkeit Ludwigs gegenüber der Kirche und dem Adel entsteht ein Rückgang der Zentralmacht des Frankenreiches.
816-817
Papst Stephan IV.
817-824
Papst Paschalis I., Hl.
824-827
Papst Eugen II.
827
Papst Valentin
827-844
Papst Gregor IV. (Johannes 844)
um 830
Erste urkundliche Erwähnung von Lautern
836
Normanneneinfälle unter anderem in London.
843
Reichsteilung: Im Vertrag von Verdun wurde das Reich Karls des Großen unterteilt in ein Mittel-, Ost- und Westreich. Kaiser Lothar I. (840-855) erhielt das Mittelreich mit den Kaiserstädten Aachen und Rom, Ludwig der Deutsche (843-876) das Ostfrankenreich, Karl II., der Kahle (843-877) das Westfrankenreich zugesprochen.
844-847
Papst Sergius II.
845
Normanneneinfälle in Hamburg und Paris.
847-855
Papst Leo IV., Hl.
um 850
Kyrillos und Methodios, die "Slawenlehrer"
855-858
Papst Benedikt III. (Anastasius II. 855)
858-867
Papst Nikolaus I., Hl.
860
Norwegische Wikinger entdecken Island.
867-872
Papst Hadrian II.
870
Aufteilung des Mittelreiches mit Lothringen, Burgund, der Provence und Italien auf das Ost- und Westfrankenreich.
Ab 871
England wurde von angelsächsischen Königen regiert, die aus den skandinavischen Normannen hervorgingen.
872-882
Papst Johannes VIII.
876-936
Heinrich I.
880-918
Konrad I.
885
Alfred der Große befreit London von den dänischen Wikingern.
881-882
Normanneneinfälle in Köln und Aachen, in Aachen Zerstörung der Kaiserpfalz.
882-884
Papst Marinus I.
884-885
Papst Hadrian III., Hl.
885-891
Papst Stephan V.
891-896
Papst Formosus
896
Papst Bonifatius VI.
896-897
Papst Stephan VI.
897
Papst Romanus
897
Papst Theodor II.
898-900
Papst Johannes IX.
900-903
Papst Benedikt IV.
903
Papst Leo V. (Christophorus 903-904)
904-911
Papst Sergius III.
um 906
"Canon episcopi", für Jahrhunderte verbindliche kirchliche Rechtsverordnung: Luftfahrten von Frauen und Verwandlung von Menschen in Tieren werden erörtern und genau beschrieben, aber allerdings als Vorspiegelung des Teufels und Wahnvorstellungen bezeichnet.
906
Zerstörung des Großmährischen Reiches durch die Ungarn (Magyaren).
910
Gründung des Klosters Cluny, das keinem weltlichen Herrn, sondern nur dem Papst unterstellt war. Im Laufe von 200 Jahren schlossen sich mehrere hundert Klöster der Gemeinschaft der Cluniazenser an.
911-913
Papst Anastasius III.
912-973
Otto I.
913-914
Papst Lando
914-928
Papst Johannes X.
919
Heinrich I. zum König von Franken und Sachsen gewählt. Erstmalige Verwendung des Namens "Reich der Deutschen". Er führte heftige Kämpfe gegen die Dänen, Ungarn und heidnischen Slawen zwischen Elbe und Oder.
928
Papst Leo VI.
928-931
Papst Stephan VII.
929-930
Tributzahlung Heinrich I. an die Ungarn, Beginn von Aus- und Neubau von Burgen, u.a. in Magdeburg, Merseburg, Quedlinburg, Meißen und Hersfeld.
931-935
Papst Johannes XI.
933
Sieg über die Ungarn bei Merseburg.
936
Königskrönung Otto I. (Sohn Heinrichs) in Aachen.
936-939
Papst Leo VII.
939-942
Papst Stephan VIII.
942-946
Papst Marinus II.
946-955
Papst Agapetus II.
10.08.955
Otto I. schlägt die Ungarn werden auf dem Lechfeld bei Augsburg, im Oktober Sieg über die Slawen a. d. Recknitz,
955-964
Papst Johannes XII.
02.02.962
Krönung Ottos (des Großen) vom Papst zum Römischen Kaiser.
963-965
Papst Leo VIII.
964
Papst Benedikt V.
965-972
Papst Johannes XIII.
973-974
Papst Benedikt VI. (Bonifatius VII. 974, 984-985)
974-983
Papst Benedikt VII.
983-984
Papst Johannes XIV.
985
Verleihung des Rechtes an Lautern auf Markt, Zoll und Bann durch Otto III.
985-996
Papst Johannes XV.
987-1259
Kapetinger-Könige in Frankreich
988
Das griechisch geprägte Christentum wird Staatsreligion in Russland
um 993
Entdeckung Amerikas (Winland) durch den Wikinger Leif Eriksson.
996-999
Papst Gregor V. (Johannes XVI. 997-998)
999-1003
Papst Silvester II.
um 1000
Entdeckung der Nordostküste Amerikas durch die von Island aus begonnenen Osebergschifffahrten der Wikinger.
um 1000
Vereinzelte Prozesse, Anklagepunkte: Zauberei
1000-1200
Aufkommen und große Verbreitung von häretischen Sekten in europäischen Ländern. Dieses zwingt die Kirche, ihre Haltung gegenüber dem Hexenglauben zu ändern und seine Existenz einzugestehen.
1003
Papst Johannes XVII.
1004-1009
Papst Johannes XVIII.
1009-1012
Papst Sergius IV.
1012-1024
Papst Benedikt VIII. (Gregor 1012)
1017-1056
Heinrich III.
1120
Der Johanniterorden wird gegründet: Schwarzer
Mantel mit weißem Kreuz, im Krieg roter Waffenrock. Vorläufer war die
Bruderschaft des Spitals in Jerusalem.
Der Orden der Tempelherren (Templer) wird gegründet: Weißer Mantel mit rotem
Kreuz
1122
Das Wormser Konkordat beendet den Investiturstreit. Der Papst ernennt die Bischöfe, der Kaiser jedoch stattet sie mit weltlicher Macht aus, Bischöfe müssen dem Kaiser den Lehnseid schwören.
1024
Auf die sächsischen Ottonen folgten mit Konrad II. die fränkischen Salier, die das deutsche Reich nach Osten und Westen erweiterten.
1024-1032
Papst Johannes XIX.
1032-1044
Papst Benedikt IX.
1043-1099
Die Reconquista, die Rückeroberung Spaniens, schreitet unter Rodrigo Díaz voran. Der Südosten und Granada bleiben in arabischem Besitz.
1045
Papst Silvester III.
1045
Papst Benedikt IX. (zum zweitenmal)
1045-1046
Papst Gregor VI.
1046-1047
Papst Klemens II.
1047-1048
Papst Benedikt IX. (zum drittenmal)
1048
Papst Damasus II.
1049-1054
Papst Leo IX., Hl.
1050-1106
Heinrich IV.
1054
Königskrönung Heinrich IV. in Aachen im Alter von vier Jahren, Heinrich wird erst 1065 mündig
1054
Trennung zwischen Ost- und Westkirche
11./12.Jh.
Investiturstreit
1055-1057
Papst Viktor II.
1057-1058
Papst Stephan IX. (Benedikt X. 1058-1059)
1058-1061
Papst Nikolaus II.
1061-1073
Papst Alexander II. (Honorius II. 1061-1064)
1063
Die Normannen beginnen von Süditalien aus mit der Eroberung Siziliens, welches seit ca. 825 in arabischer Hand ist.
1066
Von der Normandie aus führen die Normannen Krieg gegen die Angelsachsen und schlagen sie in der Schlacht bei Hastings.
bis 1070
Ganz England wird komplett erobert.
1073-1085
Papst Gregor VII.
1074/75
Beginn des Investiturstreits Papst Gregor VII. erlässt Zölibatsvorschriften für Priester und verbietet die Einsetzung von Laien in kirchliche Ämter.
1076
Synode von Worms Heinrich IV. und die deutschen Bischöfe erklären Papst Gregor VII. für abgesetzt. Heinrich IV. wird daraufhin von Gregor VII. im April gebannt und exkommuniziert. Mit dem Bann wird gleichzeitig der Treueid zwischen Heinrich IV. und seinen Gefolgsleuten aufgelöst.
25.-28.01.1077
Gang nach Canossa Heinrich IV. begibt sich zur Burg Canossa (bei Reggio) und zwingt den Papst durch Buße, den Bann zurückzunehmen.
1077-1080
Rudolf von Schwaben Gegenkönig, wird von den Fürsten zum Gegenkönig gewählt. 1080 wird er bei Hohenmölsen besiegt.
1080-1111
Mehrere Gegenpäpste, zeitweilig gab es gleichzeitig drei Päpste.
1081-1088
Hermann von Salm Gegenkönig
1084
Kaiserkrönung Heinrich IV. in Rom durch Gegenpapst Klemens III.
1090
In Freisingen werden 3 sog. Wettermacherinnen verbrannt (damals gegen den Willen der Kirche).
1090-1153
Heilige Bernhard von Clairvaux
1095
Auf der Synode von Clermont wird von Papst Urban II. zum Ersten Kreuzzug aufgerufen (ťDeus lo voltŤ = Gott will es). Vorangegangen war die Nachricht, dass moslemische Seldschuken große Teile Kleinasiens erobert hatten.
1096
Massaker an Juden in Mainz
1096
Beginn der Kreuzzüge. Die von dem Araber Mohammed
in Mekka 630 begründete Religion des Islams wurde zur Bedrohung für Byzanz. Da
sich auch die heiligen Stätten des Christentums in Jerusalem in den Händen der
Araber befanden, rief Papst Gregor VII. zum Kreuzzug auf.
Das Ziel der Kreuzzüge, den Islam niederzuwerfen, wurde jedoch nicht erreicht
und scheiterte an den nationalen Interessen der beteiligten Ritterschaften.
1096-1099 Erster Kreuzzug (15.7.1099
Erstürmung Jerusalems)
1147-1149 Zweiter Kreuzzug.
1189-1192 Dritter Kreuzzug.
1202-1204 Vierter Kreuzzug.
1218-1229 Fünfter Kreuzzug.
1248-1254 Sechster Kreuzzug.
1270 Siebenter Kreuzzug.
Folge der Kreuzzüge waren die Gründung von Ritterorden (Johanniter und Deutscher Orden).
1066
Nach der siegreichen Schlacht bei Hastings wurde England von französischen Normannen unterworfen. Auf Wilhelm den Eroberer (1066-1087 König von England) folgten bis 1272 mehrere Könige, darunter der dänische Wikinger Knut der Große. Aus angelsächsischen und normannisch-romanischen Elementen auf keltischer Grundlage formte sich die englische Nation.
1073-1085
Papst Gregor VII., Hl. (Klemens III. 1080, 1084-1098)
1086-1087
Papst Viktor III., Sel.
1088-1099
Papst Urban II., Sel.
15.07.1099
Ende des Ersten Kreuzzuges, nach mehrwöchiger Belagerung gelingt die Erstürmung Jerusalems.
1099-1118
Papst Paschalis II. (Theoderich 1100, Papst Albert 1102, Papst Silvester IV. 1105-1111)
ab 12.Jh.
Katharerbewegung in Europa, vornehmlich in Südfrankreich und Oberitalien.
1118-1119
Papst Gelasius II. (Gregor VIII. 1118-1121)
1119
Gründung des Templerordens
1119-1124
Papst Kalixt II.
um 1122
Geburt Friedrich I. Barbarossa
1124-1130
Papst Honorius II. (Cölestin II. 1124)
1125-1190
Deutsches Reich der Staufer-Könige
1130-1143
Papst Innozenz II. (Anaklet II. 1130-1138, PapstViktor IV. 1138)
1140
Corpus juris canonici, 1. Teil
1143-1144
Papst Cölestin II.
1144-1145
Papst Lucius II.
1145-1153
Papst Eugen III., Sel.
1147-1149
Die Rückeroberung Edessas, Ziel des Zweiten Kreuzzugs unter dem Staufer Konrad III. und Ludwig VII. scheitert.
um 1150
Verbrennung wird die übliche Strafe für Ketzer.
04.03.1152
Herzog Friedrich von Schwaben wird in Frankfurt einstimmig zum König Friedrich I. gewählt.
ab 1152
König Friedrich I. Barbarossa lässt die Kaiserpfalz zu Lautern erbauen
1153-1154
Papst Anastasius IV
1154-1159
Papst Hadrian IV.
18.06.1155
Kaiserkrönung Friedrich I. Barbarossa in Rom
1158
Regierungsbeginn Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Unter ihm erreichte die Stauferzeit ihre Blüte in Baukunst, höfischer Ritterkultur und Wissenschaft (um 1200 Gründung von Universitäten in Paris und Bologna).
1158
Mehrwöchiger Aufenthalt Barbarossas in Lautern
1159-1181
Papst Alexander III. (Viktor IV. 1159-1164, Papst Paschalis III. 1164-1168, Papst Kalixt III. 1168-1178, Papst Innozenz III. 1179-1180)
1163
Die Anhänger einer religiösen Bewegung nennen sich das erste Mal selbst als "cathari", die Reinen.
1163
Bau der Kathedrale Notre-Dame in Paris beginnt.
1179
Der Lyoner Kaufmann Waldes wird zum Armutsideal bekehrt. In der Folge entsteht die Sekte der Waldenser mit ihrem strengen Biblizismus.
1179
Das Laterankonzil ruft die weltlichen Mächte zur Bekämpfung der Ketzerei auf, und sofort begann eine entsprechende Kampagne.
1181-1185
Papst Lucius III.
1184
Über die Waldenser wird die Exkommunikation verhängt.
1185-1187
Papst Urban III.
um 1186
Barbarossa stiftet das Hospital zu Lautern
-1187
Papst Gregor VIII.
1187-1191
Papst Klemens III.
1187
Eroberung Jerusalems durch Sultan Saladin, Sieg über die Christen bei Hattin.
1189-1192
Der Dritte Kreuzzug unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa erobert Ikonion. Barbarossa ertrinkt 1190 im Kalykadnus. Richard Löwenherz erobert Akkon und erreicht einen Waffenstillstand mit Saladin.
06.10. 1190
Tragischer Tod Kaiser Friedrich I. Barbarossa
1190-1197
Heinrich VI.
1191-1198
Papst Cölestin III.
1193-1280
Albertus Magnus, Gefährte und Lehrer Thomas von Aquin begründet eine sich von der Magie abwendende Wissenschaft. Er galt als größte Theologe seiner Zeit.
1196-1227
Der Stammesfürst Temudschin wird 1196 zum Dschingis-Khan erhoben und unterwirft bis zu seinem Tod 1227 als ťGeißel GottesŤ weite Teile Asiens.
1198
Der Deutsche Orden, 1190 vor Akkon als Bruderschaft zur Krankenpflege gegründet, wird zum Ritterorden umgewandelt: Weißer Mantel mit schwarzem Kreuz.
1198-1216
Papst Innozenz III. Unter ihm Höhepunkt der päpstlichen Machtstellung: Sizilien, England und Portugal sind bzw. werden päpstliche Lehen; Eingreifen in die inneren Verhältnisse Deutschlands und Frankreichs; Zentralisation der päpstlichen Gewalt innerhalb der Kirche; Errichtung einer lateinischen Kirche im Lateinischen Kaiserreich; Inquisition gegen sog. Ketzer; Aneignung von vom Reich beanspruchten Gebiete in Mittelitalien.
1199
verbietet Innozenz III. die Bibellektüre in "occultis conventiculis" (privaten Zusammenkünften) als Reaktion auf die Katharer- und Waldenserbewegung.
13. Jh.
Beginn der Inquisition. Identifizierung der Ketzerei mit der Hexerei. Für die Kirche ging es dabei nicht um ein theologisches Problem oder eine Grundsatzdiskussion wie zur Zeit der ersten Häretiker, sondern um die Bekämpfung der Autorität feindlicher, gut organisierter Gruppen und natürlich um den eigenen Machterhalt. Beispielsweise ist die Vormachtstellung die katholische Kirche in der Languedoc bedroht. Inquisitionsverfahren als eigentliche Waffe der Kirche gegen Zauberei und Ketzerei.
ab dem 13.Jh.
Örtliche Verbote des Besitzes von Übersetzungen der Bibel, gestattet sind nur Brevier und Psalter (auch für die Geistlichen).
1202-1204
Das Ziel des Vierten Kreuzzugs soll Ägypten sein, durch Transportprobleme des Heeres gelingt es dem venezianischen Dogen, die Kreuzfahrer nach Konstantinopel umzuleiten, das 1203 und 1204 erobert wird.
1209
Gründung des Franziskaner-Ordens
1209-1229
Durch die Albigenserkreuzzüge, geführt von der römischen Kirche zusammen mit der französischen Krone, erstirbt die katharische Bewegung in Südfrankreich und ein Großteil der dort ansässigen Bevölkerung und ihrer Kultur wird ausgerottet. Damit wird auch die theologische Blüte der Katharer zerstört. Trotzdem bedeutet dies noch kein endgültiges Aus für diese Sekte. Noch bis 1412 existieren der Inquisition zum Trotz einzelne Katharergruppen in abgelegenen Pyrenäengegenden, Nordwestitalien und Sizilien.
1212
Im Kinderkreuzzug werden mehrere tausend Kinder von Marseille aus als Sklaven nach Ägypten verkauft.
1215
4. Laterankonzil: Verkündigung, dass es den Teufel wirklich gebe und er von den niederen Dämonen zu unterscheiden sei. Die Erklärung lautete, dass Gott den Teufel und andere Dämonen von Natur aus gut erschaffen habe, dass sie aber aus eigenem Willen schlecht geworden seien.
1215
Magna Charta (libertatum) in England: König Johann ("ohne Land") verbriefte das Widerstandsrecht der Barone gegen den englischen König. Die Magna Charta gilt als Grundstein der englischen Verfassung.
nach 1215
Unter Innozenz III. und Gregor IX. wird die Inquisition unabhängig von den Bischöfen und direkt dem Papst unterstellt. Eine Art des Prozesses ist im Entstehen.
1216
Gründung des Dominikaner-Ordens
1216-1227
Papst Honorius III.
1220-1231
Übertragung von königlichen Rechten an Fürsten.
1225-1274
Thomas von Aquin bestätigt die Existenz von Hexen und folglich auch von Dämonen. Er erklärt, dass es die Magie gebe und dass sie nicht das Werk der Hexen, sondern der Teufel sei. Er gilt als bedeutendster Philosoph und Theologe des Mittelalters mit Einfluss auf die katholische Lehre bis heute. Er entwickelte eine Aberglaubenstheorie, wonach der Mensch mit den Dämonen einen ausdrücklichen oder stillschweigenden Pakt eingehen kann. Somit können alle abergläubischen Handlungen ketzerisch sein. Er behauptet die Möglichkeit des Geschlechtsverkehrs zwischen Menschen und Dämon (Teufelsbuhlschaft).
1227-1241
Papst Gregor IX.
1227
Papst Gregor IX. richtet Inquisitionsgerichte ein.
1227-1254
Erbitterter Machtkampf der Staufer mit dem Papsttum, der mit dem Tod des Stauferkönigs Friedrich II. im Jahre 1250 endet. Sein Tod beendete gleichzeitig die Stauferepoche.
1228/29
Im Fünften Kreuzzug erhält Friedrich II. durch Vertrag von Sultan Elkamil von Ägypten Jerusalem, Nazareth und Bethlehem.
1229
Synode von Toledo, mit Zustimmung des Papstes Gregor IX. wird beschlossen, dass die Bischöfe Südfrankreichs einen Priester in jeder Gemeinde ernennen, der zusammen mit einigen Rechtskundigen die Rechtgläubigkeit der Gemeindemitglieder überprüft und die Ketzer anzeigen sollte. Einführung des geistlichen Gerichts durch den Grafen von Toulouse.
1229
Die Synode in Toulouse verbietet Laien den Besitz einer Bibelübersetzung. Einzige Ausnahme: der Psalter.
1230
Die Ritter des deutschen Ordens erobern das Gebiet der Pruzzen.
1232
Die römische Inquisition wird zu einer festen Institution unter Leitung des Papstes. Ihre Mitglieder rekrutieren sich hauptsächlich aus dem Dominikanerorden.
1234
Die Synode in Tarragona, Spanien, verbietet Laien den Besitz einer Bibelübersetzung.
1234
Kreuzzug gegen die Stedinger Friesen (Bauern); Vorwürfe: Teufel in Gestalt eines Bockes/Frosches, Homagium. Dem Erzbischof von Bremen ging es um die Abgaben der Stedinger, die sie ihm aus politischen Gründen verweigerten; Vernichtung der Aufständischen bei Altenesch, der Rest erkennt die Forderungen an.
1235
Breve von Papst Gregor IX., die Inquisition wird endgültig eingesetzt. Die Kirche gab das Prinzip der Nichtexistenz von Dämonen und Hexen auf. Gregor IX. überträgt den Dominikanermönchen diese Aufgabe.
1241
Papst Cölestin IV.
1243-1254
Papst Innozenz IV.
1248-54
Der Sechste Kreuzzug unter Ludwig IX. von Frankreich mit Ziel Ägypten scheitert, Ludwig gerät mitsamt Heer in Gefangenschaft, wird aber gegen Lösegeld freigelassen.
um 1250
Beginn der Inquisition, der Verfolgung von Menschen, die von den katholischen Glaubenssätzen abwichen, als Ketzer sowie deren Folterungen und Verbrennungen. Im Laufe der Zeit mehrere Millionen Opfer.
um 1250
entsteht die Armenbibel (biblia pauperum) im süddeutschen. Raum und verbreitet sich von dort aus über ganz Europa.
1251
Ausdehnung der Inquisition auf ganz Italien, mit Ausnahme des Königreiches Neapel, ausgedehnt.
1252
Die Folter wird als Mittel der Wahrheitsfindung anerkannt.
1254-1261
Papst Alexander IV.
1261-1264
Papst Urban IV.
1264
Erste Hexenverurteilung.
1265
Marco Polo beginnt seine Forschungsreisen in den Fernen Osten.
1265-1268
Papst Klemens IV.
1270
Ludwig IX. kommt im Siebten Kreuzzug mit seinem Heer vor Tunis um.
1271-1276
Papst Gregor X., Sel.
1273-1291
Rudolf I. von Habsburg wird als erster Herrscher der Habsburger zum König des Deutschen Reiches gewählt.
1276
König Rudolf von Habsburg verleiht Lautern das Stadtrecht der Stadt Speyer
1276
Papst Innozenz V., Sel.
1276
Papst Hadrian V.
1276-1277
Papst Johannes XXI.
1277-1280
Papst Nikolaus III.
1280-1368
Außerhalb Europas herrschten die Mongolen vor und unterhielten ein Weltreich mit Zentrum in China. Eine westasiatische Machtballung der Mongolenzeit war das Reich der "Goldenen Horde". In den Teilfürstentümern, die von den Mongolen in Russland beherrscht wurden, entwickelten sich Gegenströmungen mit dem Zentrum Moskau.
um 1280
Baubeginn der Stiftskirche zu Lautern
1281-1285
Papst Martin IV.
1284
Gründung des Barfüßerklosters zu Lautern
1285
In Norditalien werden die ersten Brillen gegen Weitsichtigkeit gefertigt.
1285-1287
Papst Honorius IV.
1288-1292
Papst Nikolaus IV.
1291
Schweizer Konförderation gegründet.
1294
Papst Cölestin V., Hl.
1294-1303
Papst Bonifatius VIII.
1297
William Wallace besiegt in einem schottischen Volksaufstand bei Stirling Eduard I. und setzt nach der Niederlage bei Falkirk den Kampf bis zu seiner Hinrichtung 1305 fort.
1300-1340
Bau der Stadtmauer von Lautern
1303
König Albrecht schenkt der Stadt Lautern den südlichen Teil des Stadtwaldes
1303-1304
Papst Benedikt XI., Sel.
1305-1314
Papst Klemens V.
1307-1311
Ketzerprozesse gegen die Templer; offizielle Auflösung 1312 durch den Papst.
1316-1334
Papst Johannes XXII. (Nikolaus V. 1328-1330)
1334-1342
Papst Benedikt XII.
1342-1352
Papst Klemens VI.
1352-1362
Papst Innozenz VI.
1362-1370
Papst Urban V., Sel.
1370-1378
Papst Gregor XI.
1378-1389
Papst Urban VI. (Klemens VII. 1378-1394)
1389-1404
Papst Bonifatius IX. (Benedikt XIII. 1394-1417)
1309-1377
Das Papsttum geriet nach seinem übersteigerten Machtanspruch - zuletzt unter Papst Bonifaz VIII. (1294-1303) in völlige Abhängigkeit von Frankreich. Fast siebzig Jahre bestand eine Schattenherrschaft der Päpste in Avignon weiter ("Babylonische Gefangenschaft der Kirche").
1320-1384
John Wiclif
1328-1498
Regierung von Königen aus dem Hause Valois, einer Nebenlinie der Kapetinger. Unter ihrem ersten Repräsentanten Philipp VI. (1328-1350) begann
1335-1353
Prozess von Toulouse; Vorwürfe: Anbetung des Teufels, Sabbat, Reigentanz; Motive hinter den Vorwürfen: religiöser Fanatismus des Inquisitionen; Reaktion: Ketzerprozess. Da die Verurteilten geständig waren: 8 Todesurteile, 11 lebenslängliche Haftstrafen, 44mal 20-Jahre.
1339
Der Hundertjährige Krieg Frankreichs mit England, der mit Unterbrechungen bis 1453 dauerte. Er wurde ausgelöst durch Erbansprüche Eduards III. an den französischen Thron und endete mit der wirtschaftlichen Ausblutung beider Länder.
1346-1350
Die Pest, der ťSchwarze TodŤ wütet in Europa.
um 1350
Es tritt eine deutliche Vermischung der meisten Elemente des Zauberwahns mit der Ketzervorstellung ein: der Hexenbegriff des 15. Jahrhunderts bildet sich, die Zuspitzung auf Frauen fehlt noch.
um 1350
Beginn der Blütezeit der Hanse, ein Zusammenschluss nordeuropäischer, vorwiegend deutscher Städte, zur Sicherung von Handel und Schifffahrt. Die Kolonisation des Ostens steigerte den Warenaustausch (Rohprodukte aus dem Osten, Fertigwaren aus dem Westen). Die Städte erhielten Selbstverwaltungsrechte und damit starken politischen Einfluss. Es wurden Verkehrsverbindungen ausgebaut, so dass sich auch der Landhandel über die Landesgrenzen hinaus entwickeln konnte. Neben dem feudalistischen Adelsstand entstand allmählich das Bürgertum.
1356
Die Goldene Bulle regelte die Königswahl durch drei geistliche und vier weltliche Reichsfürsten. Krönungsort war von 936 bis 1531 Aachen, dann Frankfurt.
1328-1341
Beginn der "Sammlung der russischen Erde" durch Iwan I. mit langsamer Ausdehnung. Die erfolgreiche Verdrängung der Goldenen Horde fand jedoch erst 1502 statt.
1347-1353
Die Pest wütet in Europa.
1348-1350
Geißlerzüge
1349
Die Straßburger Juden werden verbrannt.
1370
Höhepunkt der Macht der Hanse
1378
Schisma zwischen den Päpsten von Rom und Avignon
1380-1393
Wyclif übersetzt mit Hilfe seiner Freunde die Vulgata ins Englische.
Ende des 14. Jh.
Entfaltung der Inquisition in Spanien.
1400-1700
Hexenverfolgungen
1401
In England wird die Todesstrafe für Ketzerei eingeführt.
1401/02
Italienzug des Deutschen Kaisers Ruprecht von der Pfalz
1415
Der Reformator Jan Hus 1415 wird in Konstanz auf dem Scheiterhaufen als Ketzer verbrannt.
1404-1406
Papst Innozenz VII.
1406-1415
Papst Gregor XII. (Alexander V. 1409-1410, Papst Johannes XXIII. 1410-1415)
1408
Auf der 4. Synode von Oxford wird das Lesen jeglicher Schriften von Wyclif verboten, bevor diese nicht von häretischen Stellen gereinigt worden sind. Allgemein wird auf dieser Synode ein Verbot der unautorisierten Übersetzung der heiligen Schrift ins Englische ausgesprochen und der Besitz und die Lesung einer derartigen Version mit der Strafe der Exkommunikation belegt.
1410
Niederlage des Deutschen Ritterordens gegen ein polnisch-litauisches Heer bei Tannenberg. Niedergang nach hoher wirtschaftlicher und kultureller Blütezeit im 14. Jahrhundert.
1411
1. Thorner Frieden zwischen Polen und dem Orden
1414/18
Konzil zu Konstanz; Großeinsatz von mehr als 2000 Hübschlerinnen. Hier auch 1415 Verurteilung und Verbrennung des böhmischen Reformators Johann Hus.
1415
Beginn der Entdeckungen in Afrika unter Heinrich dem Seefahrer (Portugal)
1415
In der Schlacht von Acincourt siegt Heinrich V. gegen Frankreich. Die Normandie und Paris werden besetzt, Heinrich wird an der Regierung Frankreichs beteiligt.
1415
Auf dem Konstanzer Konzil werden die Schriften Wyclifs und Hus' als häretisch verdammt und verbrannt. Auch Hus selbst wird auf dem Konzil der Ketzerei für schuldig befunden und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
1417-1431
Papst Martin V.
30. Juli 1419
Erster Prager Fenstersturz (bei der Befreiung hussitischer Gefangener stürzen zwei Ratsherren Königs Wenzels aus dem Fenster). Dies war Auftakt zu den 15 Jahre dauernden Hussitenkriegen Hussitenkriege als Folge der Verbrennung des Johann Hus. Erfolgreicher Einsatz militärischer Neuerungen (Wagenburgen, Volksaufgebote) gegen die Ritterheere des Reiches. Vorstoß hussitischer Heere bis tief ins Reich (Belagerung von Nürnberg)
1420-1496
Thomas de Torquemada, Großinquisitor in Spanien.
1422
Die Türken belagern Konstantinopolis
1431
Jeanne d'Arc wird aus politischen Gründen auf Betreiben der englischen Besatzungsmacht in Frankreich der Ketzerei angeklagt, um so den Widerstandswillen der Franzosen zu brechen. Vorwürfe: Bezweiflung der Autorität der Kirche. Politischer Justizmord, als Ketzerprozess geführt. Noch im selben Jahr wird sie von der Inquisition als Ketzerin in Rouen verbrannt.
1429
Jeanne d'Arc führt, als "Jungfrau von Orléans" göttlicher Eingebung folgend, die Franzosen zu neuem Widerstand gegen die englische Belagerung von Orléans.
1431-1447
Papst Eugen IV. (Felix V. 1440-1449)
1438
Habsburg erringt die Kaiserwürde
1440
Friedrich III. Deutscher Kaiser
um 1440
Portugiesische Seefahrer beginnen mit der Kolonisation der Azoren und der westafrikanischen Küste.
um 1445
Der Patriziersohn und Goldschmied Johann Gensfleisch (nach seinem gleichnamigen Hof zu Mainz genannt Gutenberg) druckt im Alter von etwa 50 Jahren die erste, mit austauschbaren Typen gedruckte Gutenberg-Bibel. Die Erfindung der "Schwarzen Kunst", also des Buchdrucks mit gegossenen beweglichen Lettern und vor allem die Entwicklung einer für die Massenherstellung der Lettern geeigneten, leicht zu handhabenden Gießform markiert für viele das Ende des Mittelalters.
1447-1455
Papst Nikolaus V.
bis 1450
Es folgen weitere wissenschaftliche Begründungen für den Dämonenglauben. Da der Teufelspakt Abfall von Gott bedeutet, wird ein besonderer Verbrechensbegriff, die Hexerei entwickelt. Die Hexenverfolgungen beginnen.
1453
Das oströmische Reich Byzanz endete nach über
tausend Jahren durch türkische Eroberung. Die Türken drangen nach der Eroberung
auf den Balkan vor.
Die Folge der Eroberung von Byzanz war die Flucht vieler Gelehrter nach
Italien. Sie brachten das Gedankengut des griechischen Altertums mit und
begründeten so die Wiedergeburt der Antike, die italienische Renaissance.
1453
Niederlage des letzten englischen Heeres gegen Frankreich bei Castillon; Ende des 100-jährigen Krieges
1455-1458
Papst Kalixt III.
1455-1485
In England bekämpften sich die Adelshäuser Lancaster (Wappen: Rote Rose) und York (Wappen: Weiße Rose) in den so genannten Rosenkriegen, in denen die Zahl der Adeligen durch Ausrottung auf die Hälfte dezimiert wurde.
1456
Die Verbreitung von Schriften gegen Ketzer und Hexen verschärft die Verfolgungen.
1456
Rehabilitierung von Jeanne d'Arc
1458
Ketzergeißel des Dominikaners Jacquier setzt die Existenz einer satanischen Sekte voraus, die den katholischen Glauben unterhöhlt, und deren Taten, einschließlich des Fluges, auf Realität beruhen. Er fügt den Merkmalen des Teufelsbundes das Stigma diabolicum hinzu.
1458-1464
Papst Pius II.
1459
"Fortalicium fidei", ein Grundlagenwerk von Alphonso de Spina gegen Ketzer, Juden und andere Nichtchristen. Die Luftfahrt "zauberischer Frauen" (ein abgrenzender Begriff wie Hexe wird noch nicht verwendet) wird noch als Vorgaukelung von Dämonen gesehen, was jedoch die Schuld der Frauen nicht mindert.
1459
Vauderie von Arras; Teufel in Gestalt eines Bockes, Homagium, Ritt auf gesalbten Stöcken zum Sabbat, Verunglimpfung der katholischen Kirche, sexuelle Vermischung; Motive: religiöser Fanatismus der Inquisitoren; Übergang vom Ketzer- zum HexenProzess. Es wird dem Prozess das Denunziationsprinzip hinzugefügt.
1464-1471
Papst Paul II.
1465-1536
Erasmus von Rotterdam. Begründet die Lehre des Humanismus. Er forderte einen Ausgleich zwischen humanistischer Gesinnung und christlicher Frömmigkeit und befürwortet die Entfaltung einer freien Wissenschaft außerhalb der kirchlichen Lehre.
1466
2. Thorner Frieden; Unterwerfung des Deutschen Ordens unter Polen
1466
Der erste vollständige Druck einer dt. Bibelübersetzung erscheint in Straßburg. Bis Luther sind insgesamt 18 vollständig Druckbibeln überliefert. Ihr Inhalt ist immer noch eine direkte Übertragung der Vulgata ins Hoch- bzw. Niederdeutsche.
1467
Karl der Kühne wird Herzog von Burgund. Beginn der Burgunderkriege. Ziel: Vereinigung der räumlich getrennten Teile des Herzogtums von Seeland (Nordsee) bis Marseille. Burgund wird der reichste und mächtigste Staat Europas
1467
William Caxton führt den Buchdruck in England ein.
1470
Aufbau eines spanischen Reiches unter Isabella von Kastilien (1474-1504) und Ferdinand II. von Aragonien (1479-1516).
1471-1473
Krieg der Hanse gegen England
1471-1484
Papst Sixtus IV.
1476/77
Niederlagen Burgunds gegen die Schweizer bei Grandson, Murten und Nancy. Tod Karls des Kühnen in der Schlacht bei Nancy.
1477
Maximilian, Sohn des Deutschen Kaisers, heiratet Maria, Tochter Karls des Kühnen; Beginn der Kriege gegen Frankreich und die Niederlande zum Erhalt seines Erbes (Burgund)
1478
Papst Sixtus IV. erlaubt spanischen Herrschern die Einsetzung der Inquisition.
ab 1480
Beginn der systematischen Verfolgung von Hexen
1484-1492
Papst Innozenz VIII.
1487
erscheint die Bulle Innozenz VIII.. Dieses Bulle beklagt den Missbrauch des Buchdrucks zur Verbreitung häretischer und gesellschaftsschädigender Schriften. Sie überträgt die Vorzensur für alle Druckwerke den Ortsbischöfen. Bei Strafe von Exkommunikation und einer Geldbuße wird das Drucken, Binden und Lesen von Büchern, die nicht vorher die bischöfliche Approbation erhalten haben, verboten.
1492-1503
Papst Alexander VI.
1485
Verbot von Druck und Verkauf aller nicht ausdrücklich genehmigten Bibelübersetzungen unter Androhung von Exkommunikation im Bistum Mainz durch Erzbischof Berthold
1481
Ausgelöst durch die streng katholischen Herrscher, fanden die Höhepunkte der Inquisitionen statt. In Spanien führte sie zu fanatischer Religiosität.
1483
Sieg Heinrich Tudors über Richard II. bei Bosworth; Ende der Rosenkriege
1483-1546
Martin Luther
1484
"Summis desiderantes" Ketzer/Hexenbulle des Papst Innozenz VIII. Auf Wunsch von Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. Mit dieser allgemein gehaltenen Bulle gelang es mit päpstlicher Autorität jeden Widerstand und Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Prozesse und Hinrichtungen im Keim zu ersticken. Richtet sich gegen den Abfall vom katholischen Glauben bei Männer und Frauen gleichermaßen. Der Vorwurf der Schadenszauberei konzentriert sich auf die Verhinderung der Fruchtbarkeit bei Mensch, Tier und Pflanze.
1487
"Malleus Maleficarum" (maleficarum, grammatikalisch weibliche Form Unholdin) Hexenhammer erscheint. Autoren: Heinrich Institoris und Jakob Sprenger. Dieses Werk betrachtet die Frau als Hauptfeindin der Kirche. Durch seine genauen Anweisungen für die Prozessführung wurde es zu einem während der Zeit der Hexenverfolgung immer wieder gedruckten Gebrauchswerk für Hexenrichter.
1492
Wiederentdeckung Amerikas (San Salvador) durch Christoph Kolumbus.
1492
Granada wird als letzter arabischer Staat von Spanien zurückerobert, Ende der spanischen Reconquista.
1493
Torquemado wird Generalinquisitor von Spanien. Er macht ca. 100.000 Menschen den Prozess, 10.000 davon werden verbrannt.
1493
Maximilian wird Deutscher Kaiser
1494
Teilung der Welt zwischen Portugal und Spanien
1495
Reichstag zu Worms; Ewiger Landfriede wird angeordnet
1498
Vasco da Gama (Portugal) entdeckt den Seeweg nach Indien.
1499
Krieg des Reiches gegen die Schweiz; mit dem Frieden von Basel wird die Schweiz unabhängig
1493-1519
Maximilian I. versuchte der inneren Zerrüttung des Deutschen Reiches (Fehdewesen, Raubrittertum) durch einen "Ewigen Landfrieden" zu begegnen. Er zeigte starkes Interesse an bürgerlicher Wirtschaft und Technik, förderte die aufkommende Artillerie und trug dazu bei, das Ritterwesen zugunsten der Landsknechte (mit Musketen bewaffnete Fußsoldaten) zurückzudrängen.
1498
Savonarola verbrannt
1501
Mit der Bulle "Inter multiplices" führt Alexander VI. die Vorzensur für vier dt. Kirchendiozösen, u.a. Köln und Magdeburg, ein.
1515
auf dem V. lateranen Konzil ergeht die Bulle "Inter sollicitudines", die für die gesamte christliche Welt gilt. Sie beinhaltet die verbindliche Vorzensur für Bibelausgaben, theologische Schriften u.ä. und die Vergabe einer Druckerlaubnis durch die örtlichen kirchlichen Vertreter. Bei Missachtung droht nach der materiellen Bestrafung als Strafe die Exkommunikation.
1515-1588
Johannes Weyer, oder Wier, lat. Wierus (geboren in Grave, Brabant), Arzt und Literat, veröffentlichte 1563 sein bekanntes Werk "De praestigiis daemonum et incantationibus ac veneficiis" (Über Wunder der Dämonen, Beschwörungen und Vergiftung). Weyer stellt die Behauptung auf, dass Hexen nicht mit Ketzern zu vergleichen seien, sondern dass es sich um alte, melancholische Frauen handelte, die nicht mehr alle Sinne beieinander haben, mutlos, schüchtern und geistig so verwirrt sind, dass sie glauben, Dinge vollbringen zu können, die in Wirklichkeit unmöglich seien. Durch Folter erpresste Geständnisse seien schreckliche Fehler. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts verlange er die sofortige Freisprechung der Angeklagten, und sofern dies nicht möglich war, bestand er drauf, dass sie zumindest nicht gefoltert und getötet werden.
1517
Anschlag der 95 Thesen in Wittenberg. Beginn von Luthers Übersetzertätigkeit mit den Bußpsalmen. Beginn der Reformation